Qingming – Das chinesische Totengedenkfest

Das Qingming-Fest 清明节 fällt dieses Jahr auf den 4. April und gilt bereits seit dem Jahr 2008 als ein offizieller Feiertag in China. Es wird nach dem chinesischen Mondkalender berechnet und fällt daher, wie alle chinesischen Feiertage, jedes Jahr auf einen anderen Tag. An diesem Tag erweisen Menschen in ganz China ihren Ahnen Respekt und bringen ihnen Opfergaben dar.

Die Ahnenverehrung hat in China schon seit über 3000 Jahren einen wichtigen Stellenwert in der Kultur. Man glaubt, dass die Verstorbenen Einfluss auf das Leben der Nachkommen nehmen können und möchte sie daher günstig stimmen.

Räucherstäbchen

Das Entzünden von Räucherstäbchen hat in China Tradition

Brauchtum rund um das Qingming-Fest

Am Tag des Qingming-Festes gehen die Menschen in China auf die Friedhöfe, um den Verstorbenen verschiedenste Dinge zu opfern. Auf diese Weise ermöglicht man den Verstorbenen ein angenehmes Leben im Jenseits. Aus diesem Anlass werden in China jedes Jahr Milliarden Scheine von Totengeld aus Papier gedruckt. Das Geld verbrennen die Chinesen dann feierlich auf dem Friedhof an eigens dafür vorgesehenen Stellen.

Der Vorgang des Verbrennens stellt den Übergang des Geldes vom Diesseits in Jenseits dar. Man verbrennt nicht nur Papiergeld, sondern auch viele andere Dinge, von denen man glaubt, dass die Verstorbenen sie im Jenseits benötigen. Neben dem Totengeld stehen vor allem Handys aus Papier, Kreditkarten aus Papier, Autos, Kleidung, Schuhe oder ganze Häuser aus Papier auf der Liste der Opfergegenstände.

Altar mit Opfergaben

Opfergaben zum chinesischen Qingming-Fest

Am Tag des Totengedenkfestes richtet man die Gräber besonders schön her und schmückt sie mit Blumen, um die Toten zu ehren. Zur Zeremonie gehört ebenfalls das Entzünden von Räucherstäbchen und das Aufstellen von Speise- oder Trankopfern. Da das Qingming-Fest aus dem Hanshi-Fest 寒食节, dem “Fest der kalten Speisen” hervorgegangen ist, hat man die Tradition, an diesem Tag nur kalte Gerichte zu essen, beibehalten.

Möchten Sie mehr über die chinesische Kultur und Sprache erfahren? Dann treten Sie mit uns in Kontakt!

Autorin: Anna Sellmann

Sinologin M.A. | Dozentin für Chinesisch | Mitarbeiterin im Museum für Ostasiatische Kunst Köln | Mitarbeiterin im Museum für Lackkunst Münster | Blog-Redakteurin

Teilen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.